Bericht: 10 Jahre ECSA – European Composer and Songwriter Alliance

Der europäische Dachverband der KomponistInnen und Songwriter zu Gast in Wien

Der Österreichische Komponistenbund (ÖKB) begrüßte von 11. – 13. Oktober als Gastgeber der Generalversammlung und 10 Jahres Feier von ECSA – European Composer and Songwriter Alliance KomponistInnen und Songwriter aus ganz Europa in Wien.

10 Jahre ECSA – ECCO Festkonzert an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Die European Composer and Songwriter Alliance (ECSA) wurde im Mozartjahr 2006 im Rahmen des Europäischen Komponistenkongresses unter maßgeblicher Beteiligung des Österreichischen Komponistenbundes (ÖKB) in Wien initiiert und im März 2007 in Madrid offiziell gegründet. Nach zehnjährigem Bestehen repräsentiert der europäische Dachverband mit 57 Mitgliedsorganisationen über 30.000 BerufskomponistInnen und TextdichterInnen in 27 europäischen Ländern. Hauptziel der Allianz ist es, die Rechte der MusikautorInnen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene mit allen gebotenen rechtlichen Mitteln zu verteidigen und zu fördern. ECSA setzt sich für gerechte wirtschaftliche Bedingungen für KomponistenInnen und TextdichterInnen ein und strebt danach, die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Musikschöpfung in Europa zu verbessern. Zur Durchsetzung dieser Anliegen organisiert ECSA Treffen mit EU-VertreterInnen und EntscheidungsträgerInnen auf internationaler Ebene, tritt auf Konferenzen und Festivals auf und organisiert kulturelle Veranstaltungen, die auf die Bedeutung und den Wert von Musik aufmerksam machen. Die Wichtigkeit und Effizienz dieser Interessensvertretung wurde auch von der Europäischen Union erkannt, indem ECSA schon seit 2013 mit dem Creative Europe Programm als eines von 28 europäischen Netzwerken gefördert wird

Rund um die Generalversammlung und Sitzungen der drei ECSA-Komitees APOCE (Popularmusik), ECF (Kunst- und zeitgenössische klassische Musik) und FFACE (Film- und Medienmusik) erwartete die VertreterInnen der europäischen KomponistInnen- und Songwritervereinigungen ein abwechslungsreiches musikalisches Rahmenprogramm.

Willkommen geheißen wurden sie mit einem Konzertabend im Jazz und Music Club Porgy&Bess, wo die Composers’ Lounge #13 unter dem Titel „between Vol. 2“ aktuelles Musikschaffen aus Österreich von Songwriting, über Wienerlied und Filmmusik bis hin zu Elektronischer Musik bot.

Festakt zum 10. Geburtstag

Ihr 10jähriges Bestehen feierte ECSA mit einem Festakt im Eroica Saal des Theatermuseums. Ansprachen von ÖKB-Präsident Alexander Kukelka und ECSA-Präsident Alfons Karabuda erinnerten an die Anfänge des Dachverbands und die wesentlichen Erfolge der ECSA in den vergangenen 10 Jahren. Komponist Mathias Rüegg widmete seine Rede den aktuellen Herausforderungen für Musikschaffende und der Wichtigkeit einer Interessenvertretung auf europäischer Ebene. Diese betonte auch Dr. Alice Weihs, Referatsleiterin in der Abteilung Musik und darstellende Kunst des Bundeskanzleramts, in ihrer Ansprache vor den Festgästen.

v.l.n.r. Harald Hanisch (Vizepräsident ÖKB), Alfons Karabuda (Präsident ECSA), Alice Weihs (BKA Kunst), Alexander Kukelka (Präsident ÖKB)

Musikalisch gestaltete den Festakt das koehne Quartett mit Werken von Friedrich Cerha, Ivan Josip Skender und David Beovic.

ECCO-Konzert mit dem Wiener Concert-Verein

Im Rahmen der halbjährlichen Treffen von ECSA wird traditionell auch zu einem Konzert Neuer Musik aus Europa geladen. ECCO (European Contemporary Composers Orchestra) fördert die Verbreitung europäischen Repertoires über nationale Grenzen hinweg.

Die bereits achte Ausgabe des sogenannten ECCO-Konzerts fand im Joseph Haydn-Saal der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien am Abend des 12. Oktober statt. Auf dem Programm des vom Wiener Concert-Verein unter der Leitung der mdw-Absolventen Lorenz Müller und Svetlomir Zlatkov dargebotenen Konzerts standen Werke für Streichorchester von sieben europäischen KomponistInnen:

„Sinfonietta – The Night of Fireworks“– Aleksandra Chmielewska (Polen), „Respectus“ – Rene Eespere (Estland), „Brittle Fluid“ – Tyler Futrell (Norwegen), „Plainsongs for Strings“– Jennifer Fowler (UK), „Fenster“ – Gerald Resch (Österreich), „Lacrimae“ – Krešimir Seletkovic (Kroatien), „Per Archi“– Lojze Lebic (Slowenien).

Jana Andreevska, Vorsitzende des künstlerischen Komitees von ECCO, welches die Konzertprogramm auswählt, bemerkte zum ECCO-Konzert in Wien: „Dieses ECCO-Konzert, das mit enormem Einsatz von ÖKB und mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien realisiert wurde, unterstreicht die immense Bedeutung von Zusammenarbeit, Offenheit und Respekt vor Musikgeschichte ebenso wie für Innovation für uns als Musikschaffende. Das Programm steht unter dem Motto der Vielfalt, die so essentiell für die europäische Kultur ist und hoffentlich bleiben wird.“

Das Publikum im bis auf den letzten Platz gefüllten Joseph Haydn-Saal bedachte Orchester, Dirigenten und KomponistInnen mit lang anhaltendem Applaus.

 

Fotos: ECCO-Konzert ÖKB/@Markus Sepperer; Fotos Composers‘ Lounge #13 & Festakt ÖKB/@Joanna Pianka

Mehr Fotos vom ECCO-Konzert und der Composers‘ Lounge #13 

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