Bericht: Creators Conference 2012

Komponisten und Songwriter aus ganz Europa, den USA und aus Simbabwe trafen sich im prachtvollen Théâtre du Vaudeville in Brüssel am 2. und 3.  Februar anlässlich der zweiten Auflage der Creators Conference, die von der European Composer & Songwriter Alliance (ECSA) ausgerichtet wurde.

Am Vorabend der Konferenz stand ein Konzert auf dem Programm, das in Kooperation mit dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss organisiert wurde. Coro Gabriel (Sardinien), Alpha (Dänemark), Klaus Risager (Dänemark), Hush (Dänemark) und Jean-Michel Bernard (Frankreich) begeisterten das Publikum, das sich auf dem anschließenden Empfang gut unterhielt.

An der Konferenz selbst nahmen rund 200 Komponisten und Songwriter, politische Entscheidungsträger (u.a. Eva Lichtenberger, Helga Trüpel, Maria Martin-Prat) und VertreterInnen der Kultur- und Kreativindustrie teil. In seiner Einführungsrede erzählte  Paul Brickhill (Harare Book Café, Simbabwe) aus seinem Land, dem alles außer Talent, Jugend und Begeisterung fehlt. Robert Levine (Journalist und Autor, New York/Berlin) hob in seiner Rede hervor: „Die Arbeit eines anderen zu kritisieren, ist Teil der Meinungsfreiheit; die Arbeit eines anderen zu kopieren, ist es nicht“. Die anderen Keynotes hielten Maria Martin Prat (Europäische Kommission) und John Groves (Komponist).

Die anwesenden Komponisten waren sich einig, dass es Zeit ist, sie und ihr Schaffen wieder ins Zentrum der Debatte über das Urheberrecht zu rücken – und dass sie von diesem Zentrum zurzeit recht weit entfernt sind. Mit der Ausrichtung der Konferenz ist es ECSA gelungen, ein Zeichen zu setzen und die europäische Politik für die Anliegen der Kreativen zu sensibilisieren. „Künstler müssen ihre Stimme erheben!“, sagte Helga Trüpel, Europaabgeordnete der Grünen. Dem stimmte Jean Bergevin, Leiter der Antipiraterie-Abteilung in der Europäischen Kommission zu: „Ihr müsst in die Welt hinausgehen und eure Geschichte erzählen, denn es ist eine sehr wertvolle Geschichte“.

Am 4. Februar fand auch die jährliche ECSA-Generalversammlung im Rahmen der Creators Conferenz statt. Auf der Tagesordnung standen Updates zu den von ECSA geplanten Maßnahmen gegen die Praxis der Zwangsinverlagnahme, die Global Repertoire Database sowie interne Themen wie das Budget und die Steigerung der öffentlichen Sichtbarkeit von ECSA.

Zum Schluss bleibt zu sagen, dass Österreich auf der Konferenz stark vertreten war: Prof. Klaus Ager (ÖKB), Dr. Paul Hertel und Mag. Ingrid Polak (AKM), Mag. Heidemarie Meissnitzer (Ständige Vertretung Österreichs in der EU), Mag. Paul Zajacz (EU XXL Film). Andy Baum verteidigte die Interessen der Urheber auf dem Panel „Freedom of Choice“ und die musikalische Begleitung kam vom Wiener DJ-Kollektiv „Freestyle Furioso“.

Ein Bericht von Fritz Niemann, Generalsekretär des European Composers´ Forum (ECF) www.composersforum.eu

Fotos (c) Frank Haller

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