Bericht: ECSA-Generalversammlung Februar 2018

Vom 19.-21. Februar fand heuer wieder die Winter-Generalversammlung der ECSA statt, bei welcher sich die Gelegenheit zu einem Gedankenaustausch bezüglich Urheberrechts- und Vertragsbelangen bot. Flankiert wurden die Diskussionsrunden und Sitzungen von einem kulturellen Rahmenprogramm, in dessen Mittelpunkt diesmal das ECCO-Konzert des Diotima-Streichquartetts mit Kompositionen aus 6 europäischen Ländern stand. Die kulturellen Aktivitäten von ECSA wurden ja im vergangenen Jahr durch eine weitere 3-jährige Verlängerung der EU-Fördermittel maßgeblich unterstützt und gehen daher in eine ambitionierte „Verlängerung“.

Rückblick auf das Wiener Herbst-Treffen

Die Verbindung von administrativen und kulturellen Veranstaltungen hatte ja auch das Herbst-Treffen in Wien geprägt, welches in Brüssel erneut als großer Erfolg von allen Beteiligten gewürdigt wurde. In diesem Zusammenhang sei hier der nun vollzogene Beitritt der ÖGZM (Österreichische Gesellschaft für Zeitgenössische Musik) zur ECSA erwähnt.

Intensives Lobbying im Dienste der KomponistInnen

Es würde bei Weitem den Rahmen sprengen, alle ECSA-Aktivitäten der vergangenen Monate aufzuzählen. Rund 100 Treffen mit EU-BeamtInnen im Jahr 2017 und ebenso viele Mitwirkungen in internationalen Gremien schufen die Voraussetzungen, dass auf zahlreichen europarechtlichen „Baustellen“ Fortschritte erzielt werden konnten. Im Zentrum der Initiativen standen dabei neben vielen anderen die folgende Bemühungen:

  • im Rahmen der Harmonisierung des Europäischen Urheberrechts durch die Copyright-Directive zu Gunsten der KünstlerInnen Einfluss zu nehmen;
  • Online-Plattformen wie Google/YouTube oder Spotify zur Abführung angemessener Beiträge aus ihrer Verwertung tantiemenpflichtiger Musik zu drängen und damit den sog. Value Gap (also die „Wertschöpfungslücke“ zwischen den Profiten der Konzerne und jenen der UrheberInnen) zu minimieren;
  • Standards für faire Verträge zwischen KomponistInnen und Verlagen zu entwickeln und zu etablieren;
  • in Zusammenhang mit der Verwertung von Musik Transparenz und Informationsübermittlung sicherzustellen.

Internationale Kontakte

Von den zahlreichen internationalen Initiativen seien die Teilnahme einzelner ECSA-Delgierter an den Konferenzen des International Music Council (IMC), des International Council Of Music Authors (CIAM) und des CIS-NET – eines Netzwerks musikalischer Datenbanken – hervorgehoben. Was auf all diesen (großteils weltweiten) Veranstaltungen zu beobachten war, welche Interessen und Probleme in anderen Staaten und Kontinenten die UrheberInnen bewegen – dieser ganze Informationsfluss wurde auch diesmal aus europäischer Perspektive in Brüssel gebündelt. Damit erwies sich das heurige Winter-Treffen der ECSA einmal mehr als eine Veranstaltung, bei der das Wissen um die Belange von KomponistInnen als Grundlage Ihrer europaweiten Vernetzung synchronisiert wurde.

Martin Lichtfuss

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