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ARTMUSFAIR 2009 verabschiedet Deklaration für die Zukunft zeitgenössichen Musikschaffens in Europa
Heuer zum zweiten Mal fand mit der vom European Composers Forum (ECF), dem Netzwerk der E-Musikkomponisten initiierten “ARTMUSFAIR” die neue europäische Fachmesse für KomponistInnen, MusikerInnen, Musik-Verlage, Labels, Veranstalter, Ensemblemanager und viele weitere Akteure der zeitgenössischen Musiklandschaft statt, und mehr als 200 TeilnehmerInnen kamen aus allen Regionen Europas vom 29. Oktober – 01. November 2009 nach Glasgow, um gemeinsam die Zukunft zeitgenössischen Musikschaffens zu gestalten. Mit der ECF-Generalversammlung, den Arbeitsgruppen und Sitzungen der europäischen Komponistenberbände der Film- und Popularmusik (ACPOE, FFACE) und dem europäischen Lobbydachverband ECSA (European Composer & Songwriter Alliance) wurde das überaus arbeitsreiche Wochenende eingeläutet.
Das vielseitige ARTMUSFAIR-Programm bot diverse Möglichkeiten der Präsentation von Musikaktivitäten aller Art, Ausstellungsflächen mit Messecharakter, Plenum-Projektpräsentationen oder Live-Performances (zahlreiche Uraufführungen inklusive), und nicht zuletzt eine fruchtbare Mischung aus VertreterInnen kleiner regionaler Musikinitiativen oder großer Unternehmen wie u.a. Schott Musikverlag, vom ambitionierten Kompositionsstudenten über etablierte Festivalmanager bishin zum international renommierten Komponisten Sir Peter Maxwell Davies, der gleichzeitig auch seinen 75. Geburtstag feierte – all dies bewies die überaus positive Akzeptanz des jungen Erfolgskonzepts und Ort des europäischen Netzwerkens ARTMUSFAIR.
„Shaping the Future of Contemporary Music“ - gemäß diesen Leitthemas lud das ECF mit seinen britischen Partnern BASCA (British Academy of Composers & Songwirters) und dem Scottish Music Centre gleichfalls internationale ExpertInnen zu vier Round-Tables ein, die sich essentiellen Zukunftsfragen widmeten: Mehr neue Musik im öffentlichen Rundfunk (in Zusammenarbeit mit der European Broadcasting Union), Verbesserung der Vergabepolitik bei Kompositionsaufträgen seitens der Orchester und Ensembles (in Zusammenarbeit mit der Association of Bristish Orchestras und dem europäischen Ensemblenetzwerk re:new music), die Erschließung neuer Finanzierungsmöglichkeiten für aktuelles Musikschaffen (in Zusammenarbeit mit dem Schottish Arts Council) und die Erörterung von Urheberrechts- und Verwertungsmodellen, die den neuen Anforderungen des 21. Jahrhundert gerecht werden können (in Zusammenarbeit mit der European Composer & Songwriter Alliance; auch unter Mitwirkung der AKM, vertreten durch Vorstandsmitglied Paul Hertel).
Eines der wichtigsten Ziele war es, die gewonnnen Ergebnisse aus den vorgenannten Themen-Round-Tables in einem politischen Statement zu manifestierten, einer Art „road map“ für aufeinander abgstimmtes Handeln auf gesellschaftlicher, politischer und kultureller Ebene. So bildete die erfolgreich und im Konsens der Komponistenverbände verabschiedete „Deklaration für die Zukunft zeitgenössischer Musik in Europa“ einen äußersten wichtigen Meilenstein für das politische Lobbying. Diese Glasgower Deklaration – mit der vereinten Stimme von 29 europäischen Komponistenverbänden bekräftigt - ergeht dieser Tage an die entscheidenen Instanzen auf EU-, nationaler und regionaler Ebene. Gleichzeitig bildet die Deklaration eine äußerst wichtige Arbeitsgrundlage für die kommenden Jahre des ECF, die fortlaufende Evaluierung und Durchsetzung der Forderungen für mehr zeitgenössiches Musikschaffen in Europa werden vom in Glasgow neugewählten ECF-Vorstand und seinem für weitere drei Jahre bestätigten Präsidenten Klaus Ager (ebenfalls Präsident des Österreichischen Komponistenbundes) gewährleistet.
Die kommende ARTMUSFAIR wird vom 22.-25. September 2010 im Rahmen des Warschauer Herbst Festivals in der polnischen Hauptstadt stattfinden.
Mehr Informationen: www.artmusfair.eu I www.composersforum.eu
Frank Stahmer



