Geschichte

Der ÖKB schreibt Geschichte – seit über 100 Jahren!

1913, das Jahr des legendären „Skandalkonzertes“ im Wiener Musikverein sowie der Eröffnung des Wiener Konzerthauses, ist auch das Gründungsjahr des heutigen Österreichischen Komponistenbundes (ÖKB). Aus dem Wunsch nach künstlerischem Gedankenaustausch sowie nach Verfolgung anderer als nur wirtschaftlicher Ziele heraus gründeten hohe Funktionäre der Verwertungsgesellschaft AKM, darunter „Hofballmusikdirektor“ Carl Michael Ziehrer, den „Österreichischen Komponisten-Club“. Kurz darauf kam es zur Umbenennung in „Österreichischer Komponistenbund“ und wenige Jahre später zur Aufteilung in die beiden „Arbeitskreise“ E- und U-Musik – eine Struktur, die bis heute existiert, deren Aufhebung (oder Aufweichung) in Zeiten von Cross-Over, Modern Jazz oder verschiedenen Formen Angewandter Musik diskutiert und teilweise bereits praktiziert wird. Bei der engen Bindung zur AKM sollte es bis heute bleiben.

Als somit erste und älteste KomponistInnen-Interessenvertretung Österreichs bekam der ÖKB im Laufe der Jahrzehnte Gesellschaft durch andere KomponistInnen-Verbände, etwa die IGNM (1923) oder die ÖGZM (1949). Da diese Verbände alle zunächst gleiche Agenden hatten, nämlich Konzerte mit zeitgenössischer Musik zu veranstalten, wurde diese Koexistenz immer wieder auch als Konkurrenzsituation empfunden. Im November 2001 erfolgte schließlich die Gründung des „Hauses der Komponisten“ in einem Trakt des AKM-Gebäudes. Hier wurden (neben einem gemeinsamen Sitzungs- und Veranstaltungssaal) die Sekretariate von ÖKB, IGNM, ÖGZM sowie INÖK (als regionale Gesellschaft) einerseits unter einem Dach vereint, andererseits wurde eine klare Aufteilung der Kompetenzen erarbeitet:

Die ÖGZM fungiert als reine Aufführungsgesellschaft, die IGNM ist das Fenster zur internationalen Musikszene, der ÖKB ist die Standesvertretung der österreichischen KomponistInnen, kümmert sich also – einer Kammer ähnlich – vorzugsweise um die rechtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Interessen der Musikschaffenden. Durch die „geographische“ Nähe sind aber auch beste Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit in der gemeinsamen Zielsetzung, der Förderung in Österreich lebender KomponistInnen, gegeben.

Unter der Präsidentschaft des Salzburger Komponisten Klaus Ager (April 2004 – April 2014) wurde der ÖKB verstärkt auf Europa ausgerichtet und die internationalen Kontakte vor allem zu Schwestergesellschaften anderer Länder intensiviert. Der vom ÖKB ausgerichtete Kongress „Komponieren im Europa des 21. Jahrhunderts“ (2. – 5. Februar 2006, Wien – Musikverein) war ganz auf den Europa-Gedanken ausgerichtet und führte zum „Letter of Intent“, einer Absichtserklärung zur Gründung eines europäischen Dachverbandes der nationalen KomponistInnenverbände – der European Composer and Songwriter Alliance (ECSA).

Anlässlich des 100. Gründungstages des Österreichischen Komponistenbundes, der am 14. Juni 2013 gefeiert wurde, erschien im Verlag Praesens die von Hartmut Krones verfasste Vereinschronik „100 Jahre Österreichischer Komponistenbund 1913-2013“ Infos und Bestellung

Seit April 2014 wird der Österreichische Komponistenbund vom Wiener Komponisten Alexander Kukelka geleitet. Der Komponist, Pianist, Dirigent und Music Supervisor war zuvor Vizepräsident und ist weiterhin Vorsitzender der Fachgruppe Film- & Medienmusik.

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