Initiative MUSIKALARM #1

Derzeit ist die Bildung im Bereich Musik in Österreich durch tiefgreifende Einsparungen bedroht: Gleichzeitig werden die Mittel für die LehrerInnen-Ausbildung, die Mittel für außerschulische Musikprojekte und die Mittel für bundesweite Kommunikationsstrukturen der Musikpädagogik gestrichen oder gekürzt!

„PädagogInnen-Bildung Neu“
Ausbildung der Lehrkräfte für Volksschulen und der MusiklehrerInnen für Schulen der 10 bis 14-Jährigen (Mittelschulen und Gymnasien)

In der Neugestaltung der Curricula an den Pädagogischen Hochschulen (PHs) wird derzeit die Musikausbildung quantitativ und qualitativ drastisch zurückgefahren. Dies betrifft sowohl die Stundenkontingente als auch den Einzel- bzw. Gruppenunterricht.
Mit diesen Einschränkungen in der Ausbildung rückt eine Sicherstellung der musikbezogenen Unterrichtsinhalte in der Primarstufe (Volksschule) in weite Ferne. In der Sekundarstufe (Mittelschulen und Gymnasien) ist eine qualitativ hochwertige MusiklehrerInnen-Ausbildung an den PHs nicht mehr aufrechtzuerhalten. Die Musikuniversitäten können aber derzeit aufgrund von Kapazitätsgrenzen den Bedarf an Mittelschul- und Gymnasiallehrern im Fach Musik nicht abdecken. Dies gilt vor allem für Wien, NÖ, OÖ und Burgenland.

Forderungen:
–    Rücknahme der bereits erfolgten im Zuge der Erstellung der neuen Curricula geplanten Stundenreduktionen im Bereich Instrumentalmusik und Musikerziehung.
–    Einrichtung quantitativ und qualitativ hochwertiger Ausbildungsstrukturen zur Sicherstellung der Bildungsstandards im Bereich Musik sowie entsprechende Ausstattung der Ausbildungsinstitutionen.
–    Koordination zwischen den zuständigen Ministerien (Bildung, Wissenschaft) hinsichtlich der Budgetierung.

Förderungen & Wettbewerbe
Im Bereich Musik muss das Ziel die Ausgewogenheit von Breiten- und Spitzenförderung sein. Sowohl die bundesweiten Wettbewerbe von „Musik der Jugend“ als auch das traditionsreiche „Bundesjugendsingen“ werden derzeit existenzbedrohend budgetär ausgehungert.

„Musik der Jugend“ veranstaltet(e) drei Wettbewerbe in allen Bundesländern:
prima la musica: MusikschülerInnen im Alter von 6 bis 18 (Bundesmittel wurden gekürzt)
gradus ad parnassum: Musikstudierende ab 18 (musste mittlerweile eingestellt werden)
podium.rock.pop.jazz … (Bundeswettbewerb derzeit nur mehr im Zweijahresrhythmus)

 „Jugendsingen“ Die Breiten- und Spitzenförderung des Chorsingens wurde bisher in Form von Bezirks-, Landes- und Bundeswettbewerben im Dreijahresrhythmus mit über 100.000 TeilnehmerInnen durchgeführt. Die Bundesförderung für das Jugendsingen wurde vom BMJF zunächst vollständig gestrichen, aufgrund massiver Interventionen nunmehr auf die Hälfte gekürzt und ein Vierjahresrhythmus festgelegt.

Forderungen:
–    Rücknahme der Kürzungen bei „Musik der Jugend“ und „Jugendsingen“!
–    Langfristige organisatorische und finanzielle Absicherung der Förderungen des Nachwuchses im Bereich der Musik.
–    Koordination zwischen den zuständigen Ministerien (Jugend & Familie, Bildung & Frauen, Wirtschaft & Wissenschaft, Kunst & Kultur)

Strukturen & Projekte
Die seit der parlamentarischen Musik-Enquete im Juni 2008 aufgebauten Strukturen wie die Steuergruppe „Musik & Bildung“ im BMBF, die Plattform www.musikbildung.at und Projekte wie „Mit allen Sinnen“, „Stimmbogen“ u.a.m. werden derzeit gekürzt oder abgeschafft

Forderungen:
–    Weiterführung der Projekte „Mit allen Sinnen“, „Stimmbogen“ und „Musikfest der Vielfalt“
–    Weiterführung der Plattform www.musikbildung.at
–    Fortführung der Steuergruppe „Musik & Bildung“

Initiatoren des Musikalarms #1
FI Mag. Ferdinand Breitschopf (Fachinspektoren für Musik)
Dr. Leonore Donat (Arbeitgemeinschaft Musikerziehung Österreich – AGMÖ)
Mag. Richard Graf (Österreichischer Komponistenbund – ÖKB)
Univ.-Prof. Dr. Harald Huber (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien – MDW)
Helmut Schmid (Österreichische Blasmusikjugend, Konferenz der Österreichischen Musikschulwerke – KOMU)
Dr. Eva Maria Stöckler (Donau-Universität Krems – Zentrum für Zeitgenössische Musik)
Mag. Günther Wildner (Musiker-Komponisten-AutorenGilde)

Kontakt für Medien:
Dr. Harald Huber – Präsident des ÖMR: 0664 421 3373
Mag. Günther Wildner – Generalsekretär des ÖMR: 0699 1269 6542
Österreichischer Musikrat (ÖMR)
Rennweg 8, 1030 Wien
Web: http://www.oemr.at
Email: office@oemr.at

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