Johann-Wenzel-Stamitz-Preis für Richard Heller

Im Rokokosaal der Regierung von Schwaben (Augsburg) wurde Ende Januar 2018 der Johann-Wenzel-Stamitz-Preis der KünstlerGilde an den Komponisten Richard Heller für sein Lebenswerk verliehen.

vlnr: Richard Heller (Preisträger), Hansjürgen Gartner (Bundesvorsitzender der KünstlerGilde), Dr. Dietmar Gräf (Juryvorsitzender und Fachgruppenleiter Musik der KünstlerGilde).

Foto: KünstlerGilde Esslingen

Richard Heller wurde in Wien geboren und ging nach seinem Studium and der dortigen Musikhochschule (unter anderem bei Erich Urbanner und Otmar Suitner) nach Augsburg, um am dortigen Leopold-Mozart-Konservatorium (später Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg, jetzt Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg) Musiktheorie und Komposition zu unterrichten.

In der Laudatio verwies Dr. Dietmar Gräf (Fachgruppenleiter für Musik bei der KünstlerGilde und Vorsitzender der Jury für den J.-W.-Stamitz-Preis) auf ein Zitat von Henri Dutilleux, das Heller gerne als Charakterisierung seines eigenen Schaffens heranzieht: „Wenn das, was du zu sagen hast, nicht schöner ist als die Stille, dann schweig!“ Dr. Gräf konstatierte, dass Heller daraus „die richtige Konsequenz gezogen“ und „Musik geschrieben“ hat, die „schöner ist als die Stille“.

Ferner hob der Laudator die Balance zwischen Sinnlichkeit und Konstruktion in Hellers Schaffen hervor, die gelungene Integration von Tonalität und Atonalität in seiner Harmonik und seine oberste Maxime der Klarheit und Verfolgbarkeit, sowie sein Formbewusstsein, mit dem er „etwas wie eine Architektur in der Musik anstrebt“.

Speziell betreffend seine Orchesterwerke erwähnte Dr. Gräf neben dem Violoncellokonzert mit dem Titel „Gedeckte Farben“ (geschrieben für Maximilian Hornung und von diesem uraufgeführt) und dem Konzert für Violine und Orchester besonders das „Concertino für Orchester (Hommage à Béla Bartók)“, das er als „genial“ und „ein absolutes Meisterwerk“ bezeichnete, mit dem Heller Bartóks Vorbild („Konzert für Orchester“) „nicht epigonal, auch nicht eklektizistisch, sondern im wahrsten Sinne des Wortes zeitgenössisch, d. h. in einem selbstverantwortlichen Stil innerhalb der Musik der Gegenwart, eine Generation nach Bartók, ca. 30 Jahre nach dessen Tod“, weiterentwickelt hat. Als weitere positive Merkmale seines Schaffens (vor allem auch für Orchester) bezeichnete Dr. Gräf Hellers Ausdrucksstärke, seine Instrumentationskünste, seinen „unglaublich langen musikalischen Atem“, gekonnte Motiv- und Themenverarbeitung, Kontrapunktik und Harmonik, die übersichtliche Form, und dass seine Werke „so einfallsreich wie selbstverständlich“ klingen.

Der Laudator schloss mit dem Wunsch, „dass dieser hervorragende Komponist, der (…) einen maßgeblichen Stellenwert in der Musikgeschichte einnimmt, in Zukunft die Wertschätzung erhält, die er verdient.“

Der Österreichische Komponistenbund gratuliert Richard Heller sehr herzlich zu der Auszeichnung!

 

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