lauschergreifend live! #18 – Neue Musik aus Niederösterreich

lauschergreifend live! – Tribüne der KomponistInnen

Mo 17.12.2012, 19.30 Uhr 
im OFF-Theater, Blauer Saal; Kirchengasse 41, 1070 Wien

lauschergreifend live! #18 lädt zum Kennenlernen neuer Musik aus Niederösterreich: Es werden Werke der niederösterreichischen Komponisten Alexander Wagendristel und Hannes Raffaseder vom ensemble xx. jahrhundert zur Aufführung gebracht.

Im Gespräch mit den beiden Komponisten, den MusikerInnen und dem Dirigenten (Moderation: Ursula Strubinsky (Ö1)) werden dem Publikum auch Schaffens- und Aufführungsprozesse der Werke näher gebracht:

Alexander Wagendristel: „Stormy Weather“ (2008)
für Flöte/Piccolo, Sopransaxophon, Schlagwerk, Harfe, Violine, Kontrabass
 
Hannes Raffaseder: „…trotz allem (Zwölf für Arnold)“ (1995/2001)
für Flöte, Altsaxophon, Posaune, E-Gitarre, Percussion, Marimba, Klavier, Violine, Violoncello und Kontrabass

Wie gewohnt lädt der Abend rund um das Konzert zu anregenden Gesprächen, kulinarischen Genüssen und gemütlichem Ausklang.

Eine Veranstaltung des Österreichischen Komponistenbundes (ÖKB) und der Interessengemeinschaft Niederösterreichische KomponistInnen (INÖK) in Zusammenarbeit mit dem ensemble xx. jahrhundert unter der Leitung von Peter Burwik.

Karten: 12,- /6,- ermäßigt (für ÖKB- & INÖK-Mitglieder, SchülerInnen und StudentInnen) erhältlich an der Abendkassa, Reservierung unter 01/7147233 oder info(at)komponistenbund.at, freie Sitzplatzwahl

 

Alexander Wagendristel
wurde 1965 in Wien geboren. Mit 4 Jahren begann er zu komponieren. 1980-1990 studierte er an der Wiener Musikhochschule Flöte (Werner Tripp) und Komposition (Friedrich Neumann, Heinrich Gattermeyer, Erich Urbanner). Beide Studien schloss er mit einstimmiger Auszeichnung ab. 1988 besuchte er die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik. Seine bisher etwa 130 Werke wurden im In- und Ausland aufgeführt, u.a. bei Wien Modern, Steirischer Herbst und bei den IGNM-Weltmusiktagen in Hongkong. 2010 erhielt er einen Kompositionsauftrag für die musikalische Gestaltung des Österreich-Pavillons bei der Expo ’10 in Shanghai. Er erhielt Preise bei nationalen und internationalen Kompositionswettbewerben, Förderungspreise der Stadt Wien (1989) und des Landes Niederösterreich (1990), Staatsstipendium für Komponisten (1992), Theodor Körner-Preis (1995) und für seine Oper „Der Narr“ den Förderungspreis des Wissenschaftsministeriums (1996). 2002 gründete er mit Roland Freisitzer und Thomas Heinisch das Ensemble Reconsil Wien, das bisher über 100 Werke österreichischer und internationaler Komponisten uraufgeführt hat.

Zu seinem Werk „Stormy Weather“: Es ist das erste von mehreren Stücken, die mit meinem Opernprojekt „Calibans Insel“ nach Shakespeares Drama „The Tempest“ verbunden sind. Die hier verwendete Musik korrespondiert mit den Figuren Ariel (ein Luftgeist, der singt, Instrumente spielt und für alle „special effects“ des Dramas einschließlich des Seesturms zu Beginn verantwortlich ist) und Caliban (der rechtmäßige Besitzer der Insel, erdig, brutal, aber auch zu Poesie und tiefen Gedanken fähig). Wie immer in meiner Musik basiert der Tonhöhenaspekt auf der Obertonreihe, der zeitliche Aspekt ist in verschiedensten Polyrhythmen organisiert. Das Werk wurde am 27. September 2008 vom Ensemble „die reihe“ unter Leitung von Roland Freisitzer im Rachmaninow-Saal des Moskauer Konservatoriums uraufgeführt.

Hannes Raffaseder
arbeitet als Komponist und Medienkünstler. Zu seinen künstlerischen Werken zählen neben zahlreichen Kompositionen (u.a. Orchesterwerke, Kammer- und Vokalmusik, Live Elektronik) auch Klanginstallationen und multimediale Projekte. Er wurde mit mehreren Preisen  ausgezeichnet  und erhielt zahlreiche Kompositionsaufträge. Seine Werke werden im In- und Ausland erfolgreich aufgeführt. Außerdem wurde Raffaseder wiederholt zu internationalen Festivals eingeladen. An der Fachhochschule St. Pölten leitet er den Masterstudiengang Digitale Medientechnologien und das IC\M/T – Institut für Creative\Media/Technologies. Im Juli 2010 wurde er zum FH-Vizerektor für Forschung und Internationales gewählt. Seit November 2012 ist er FH-Rektor. Seit 2005 ist Hannes Raffaseder auch Kurator des Klangturms St. Pölten. Gemeinsam mit Wolfgang Seierl veranstaltet er das Komponistenforum Mittersill und betreibt das CD-Label einklang-records. Sein Fachbuch Audiodesign ist 2002 im Hanser Verlag erschienen. In mehreren Publikationen und Vorträgen beschäftigt sich Raffaseder mit den Besonderheiten der akustischen Wahrnehmung und der Wirkung und Bedeutung der Tonspur in den Medien.

Zu seinem Werk „…trotz allem (Zwölf für Arnold)“: Die Grundidee und die erste Fassung meiner Komposition „…trotz allem (Zwölf für Arnold)“ markieren in gewisser Weise den Beginn meiner kompositorischen Arbeit. Vielleicht ist sie in gewisser Weise Ausdruck eines in mir bis heute in mancher Hinsicht bestehenden Zwiespalts zwischen unterschiedlichen musikalischen Gestaltungsmöglichkeiten und ästhetischen Positionierungen, jedenfalls aber ein lustvolles Spiel mit zwölf Tönen…

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