Wiener Filmmusik Preis 2014 geht an Florian Leitner

Mit der Neuvertonung eines Clips aus dem österreichischen Kinoerfolg „Blutgletscher“ überzeugte der junge Musikproduzent Florian Leitner aus St. Veit an der Glan (Kärnten) die Jury.

Am Freitag, 7. März 2014 lud der Österreichische Komponistenbund bereits zum fünften Mal ins Wiener „Porgy & Bess“ zur Film Composers’ Lounge #5, einem der Filmmusik „made in Austria“ gewidmeten Abend. Höhepunkt der Veranstaltung: die Verleihung des Wiener Filmmusik Preis 2014 an den 27jährigen Florian Leitner.

Die Jury lobte seinen digital produzierten und „professionell umgesetzten“ Soundtrack zu einer Filmsequenz aus „Blutgletscher“. Der „gekonnte Einsatz wirkungsvoller Sounds“ habe schließlich den Ausschlag zugunsten Leitners gegeben, so Juryvorsitzender Klaus-Peter Sattler.

Weiters ausgezeichnet: Vig Zartman (34 Jahre, Wien), dessen Neuvertonungen zweier Clips aus „Blutgletscher“ und „Der Fall Wilhelm Reich“ ex aequo auf Platz zwei landeten, sowie gleichauf auf Platz drei: Andreas Melcher (32 Jahre, Wien) und Michael Wagner (30 Jahre, Wien), beide mit frischen Soundtracks zu einem Filmausschnitt aus „Der Fall Wilhelm Reich“.

Wettbewerb Wiener Filmmusik Preis 2014
Junge Musikschaffende waren bundesweit eingeladen, eine Sequenz der aktuellen österreichischen Filme „Blutgletscher“ (Allegro Film/3-facher Preisträger Österreichischer Filmpreis 2014) oder „Der Fall Wilhelm Reich“ (Novotny & Novotny Filmproduktion) neu zu vertonen. Der von einer Fachjury gekürte Gewinner des Wiener Filmmusik Preis 2014 darf sich über 7.000 Euro Preisgeld freuen, gestiftet von Filmfonds Wien / Stadt Wien.

Die Jury: Unter der Führung des in Wien lebenden Filmkomponisten Klaus-Peter Sattler traten der in Los Angeles lebende österreichische Film- und Medienkomponist Paul Haslinger, die österreichische Sounddesignerin Veronika Hlawatsch, die Londoner Agentin für Filmkomponisten Lesley Jackson (SMA Talent Ltd) sowie der deutsche Musiker, Komponist und Produzent Helmut Zerlett (Musical Director der „Harald Schmidt Show“) zur Begutachtung des heimischen Filmmusiknachwuchses an.

„Filmmusik ist angewandte Musik“, so Klaus-Peter Sattler. „Sie zu beurteilen ist letztlich Aufgabe von Regisseur oder Produzent, nicht von Musikern.“ Eine Musik-orientierte Jury habe deshalb kein leichtes Amt, sie müsse auch das dramaturgische Element gewichten und eine Balance zwischen Musikdesign und analogen Klangbildern finden. Nicht zuletzt aus diesen Gründen sei das Rennen um den Wiener Filmmusikpreis denkbar knapp verlaufen.

 

Stimmen zur Film Composers’ Lounge und zum Wiener Filmmusik Preis:

Dr. Andreas Mailath-Pokorny (Kulturstadtrat Wien)
„Die Stadt Wien freut sich, mit dem Wiener Filmmusik Preis bereits zum fünften Mal eine Plattform für die heimische Filmmusikszene bieten zu können, um dieses besondere Musikgenre nachhaltig zu stärken. Filmmusik ist nicht nur Hintergrund, Begleitung oder Untermalung, sondern eine eigene Kunstgattung und essentieller Bestandteil von
Emotionen, die ein Film hervorruft“
 
ao. Univ. Prof. Mag. Johannes Kretz (Leiter Institut für Komposition und Elektroakustik / MdW)
„Es ist mir eine besondere Freude, dass durch die Filmmusik-Aktivitäten des Österreichischen Komponistenbundes eine bedeutsame Aufwertung dieses wichtigen Bereichs des heimischen Musiklebens gefördert wird. Die Vernetzung der Studierenden und AbsolventInnen unseres Instituts mit den wichtigen Partnern des Berufslebens der Filmmusik ist uns ein großes Anliegen.“
 
Univ.-Prof. Reinhard Karger (Leiter des MdW-Studienzweigs Medienkomposition)
„Ich begrüße die aktuellen Filmmusik-Aktivitäten des ÖKB außerordentlich – insbesondere der Wiener Filmmusik Preis trägt wesentlich dazu bei, die angehenden Komponistinnen und Komponisten bei ihrem schwierigen und risikoreichen Weg in das komplexe Berufsfeld „Medienkomposition“ zu unterstützen und ihnen erste Türen in eine
eigenständige und experimentierfreudige Karriere zu öffnen.“

 

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